Text: Matthias Pöhm
Viele, die jetzt während der angeblichen Krise Geschäfte machen, fühlen sich in der Defensive. Sie treten weniger selbstbewusst auf, trauen sich nicht ihre Forderungen zu stellen und geraten in die Haltung eines Bittstellers, der froh ist einen Auftrag zu bekommen. Das macht sie unsicher und damit für den Kunden auf der unterbewussten Ebene unattraktiv. Als Ergebnis machen sie weniger Geschäfte! Und siehe da, sie haben den Beweis erschaffen, dass die Krise wirklich statt findet.
Das Prinzip des Lebens ist das Loslassen. Das können die wenigsten, aber wenn Sie’s können, haben Sie nicht nur ein angenehmeres Leben, sondern Sie machen unterm Strich sogar bessere Geschäfte. Das Prinzip für jede gute Beziehung im Leben lautet:
Ich will dich, aber ich brauch dich nicht!
Nochmal: Ich will dich, aber ich brauch dich nicht! Das gilt für romantische Beziehungen genauso, wie für Geschäftsbeziehungen.
Das Erstaunliche ist: Wenn Sie die Einstellung haben, dass Sie um jeden Auftrag kompromisslos kämpfen müssen, dann bekommen Sie ja trotzdem nicht alle Anfragen zu Aufträgen gewandelt. Von 100 Geschäftskontakten, vielleicht 15. Wenn Sie aber die Einstellung haben, dass Sie jeden potentiellen Kunden ohne Bedauern loslassen können, bekommen Sie auch nicht alle 100 Aufträge. Aber von 100 Kontakten vielleicht 18! Auf jeden Fall mehr, als durch das “Nachrennen”. Und selbst wenn es nur genauso viel wären, wie mit dem verkrampften Nachrennen, hätten Sie trotzdem einen grossen Vorteil:
Bessere Gefühle und einen höheren Selbstwert.
Mein Tipp: Halten Sie Ihre Honorare GERADE jetzt stabil. Ich habe, als im letzten Jahr die Krise erfunden wurde, als Erstmassnahme gleich mal meine Honorare erhöht, meinen Mitarbeitern neue Computer gekauft, die Spenden erhöht, und ein nagelneues Auto bestellt.
Schauen Sie mal Ihre Auftragsbücher aus den “guten Jahren” an. Wenn Sie die durchschauen, da gab es auch in Boom-Jahren Phasen, wo es irgendwie mal klemmte. Definieren Sie das einfach für sich um. Wenn überhaupt, dann ist das maximal eine Verschnaufspause, aber das ist doch keine KRISE Herr Direktor!
In Verschnaufspausen ist die beste Zeit zum investieren, da ist die beste Zeit um gute Leute einzustellen, das ist die beste Zeit um Neues auszuprobieren.
Schauen Sie sich bitte jetzt einmal in dem Raum, in dem Sie gerade sind, um. Konzentrieren Sie Ihre Gedanken einmal nur auf den Moment, den Sie gerade erleben ohne an Vergangenheit oder Zukunft zu denken. Schauen Sie nach rechts, nach links aus dem Fenster… wo ist da eine Krise? Können Sie da was anfassen, was nach Krise aussieht? Die Krise ist nur an einem Ort: In Ihren GEDANKEN. Sobald Sie im Moment sind, gibt es keine Krise. Fragen Sie ein dreijähriges Kind, wo die Krise ist. Aga äh!
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